Kongo: Drei Tote bei Protesten nach Massaker

Demonstration gegen die Regierung – Frau von aufgebrachter Menge getötet

Beni – Bei Protesten nach einem Massaker im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind am Mittwoch mindestens drei Menschen getötet worden. Ein Polizist und ein Zivilist wurden bei Zusammenstößen während einer Demonstration getötet, wie der Bürgermeister der Stadt Beni, Edmond Masumbuko, mitteilte. Drei Zivilisten und drei Soldaten seien verletzt worden. Zudem sei eine Frau getötet worden, die mit den Verantwortlichen des Massakers in Verbindung gebracht wurde. Am Samstagabend waren bei einem Überfall in Beni mindestens 50 Zivilisten getötet worden. Die Regierung und die UN-Mission im Kongo machen die Islamistengruppe Alliierte Demokratische Kräfte (ADF) für das Blutbad verantwortlich. In der Nähe des Tatorts wurde am Mittwoch nach Angaben des Bürgermeisters eine Frau angegriffen, die für ein Mitglied der Rebellengruppe gehalten wurde. Sie wurde mit Steinen und Stöcken zu Tode geprügelt, wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Ihre Leiche wurde demnach angezündet. Tränengas und Warnschüsse Zuvor hatten sich hunderte Menschen im Zentrum der Stadt zu Protesten versammelt. Sie warfen der Regierung vor, die Bevölkerung nicht ausreichend vor der Gewalt in der Region zu schützen. Polizisten und Soldaten feuerten Tränengas und Warnschüsse ab, um die Menge auseinanderzutreiben. Die Demonstranten errichteten jedoch Barrikaden. Über den getöteten Demonstranten sagte ein Augenzeuge, der ungenannt bleiben wollte, ein Polizist habe den Mann aus nächster Nähe erschossen. Auch der Vorsitzende der Bewegung örtlicher zivilgesellschaftlicher Gruppen, Gilbert Kambale, sagte, ein Polizist habe den jungen Mann getötet. Ein AFP-Reporter sah die Festnahme von sechs Demonstranten. Sie wurden gewaltsam festgenommen und in ein Militärfahrzeug gestoßen. Auf dem größten Markt der Stadt wurden ein Bild des kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila und Flaggen seiner Partei PPRD verbrannt. Auch am Abend war die Stimmung in Beni noch aufgeheizt. Hunderte Tote bei Massakern in vergangenen Jahren Die Demonstration fand am letzten Tag einer dreitägigen Trauerzeit statt, zu der zivilgesellschaftliche Gruppen nach dem Massaker vom Samstagabend aufgerufen hatten. Die ursprünglich aus dem Nachbarland Uganda stammende Gruppe ADF ist seit mehr als 20 Jahren im Kongo präsent und wird für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht. In Beni und Umgebung hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Massaker an Zivilisten gegeben. Seit Oktober 2014 wurden rund 650 Menschen getötet. Die rohstoffreiche Demokratische Republik Kongo ist seit Jahrzehnten geprägt von Gewalt, Armut, politischer Instabilität und Korruption. In der Provinz Nord-Kivu, wo Beni liegt, kämpfen zahlreiche bewaffnete Gruppen um Einfluss. (APA, 17.8.2016) – derstandard.at/2000042991813/Kongo-Drei-Tote-bei-Protesten-nach-Massaker

Artikel zu den Kriegsopfern im Kongo

http://www.spiegel.de/politik/ausland/kriegsopfer-im-kongo-leid-in-goma-a-940371.html

 

Das Kongo Tribunal

Performance, Film, Buch

https://www.youtube.com/watch?v=b7uQcoH1MOw

Der Film „Das Kongo Tribunal“ durchleuchtet anhand eines Tribunals vor Ort im Ostkongo (Mai 2015) und in Berlin (Juni 2015) die Gründe und Hintergründe für den seit bald 20 Jahren andauernden Krieg im Gebiet der Großen Seen. Dabei entsteht ein menschlich erschütterndes, analytisch tiefgründiges Tableau der neokolonialen Weltordnung.

 

Ausgelöst vom ruandischen Genozid 1994, hat der aufgrund der direkten oder indirekten Verwicklung aller Großmächte unserer Zeit auch als „Dritter Weltkrieg“ bezeichnete Kongo-Krieg bereits bis zu 6 Millionen Tote gefordert. Viele Beobachter sehen in ihm nicht nur einen Kampf um die politische Vorherrschaft in Zentralafrika, sondern zugleich eine der entscheidenden wirtschaftlichen Verteilungsschlachten im Zeitalter der Globalisierung. Mag die Zahl der beteiligten Rebellenheere undurchschaubar sein – noch undurchschaubarer sind die in den Nachschublinien wirkenden Waffenhändler, die Rolle ausländischer Diplomaten und humanitärer Hilfswerke, aber auch die Verwicklungen multinationaler Minengesellschaften. Entscheidet sich in diesem bisher größten und blutigsten Wirtschaftskrieg der Menschheitsgeschichte die zukünftige Ordnung der Weltgemeinschaft?

 

Mit „Das Kongo Tribunal“ schließt Milo Rau eine Beschäftigung mit Zentralafrika ab, die er mit der Theater-, Film- und Buchproduktion „Hate Radio“ (über den ruandischen Genozid) 2011 in Angriff genommen und u. a. mit der Talkshowreihe „Die Berliner Gespräche“ 2013/14 fortgeführt hat. Internationaler Kinostart von „Das Kongo Tribunal“ ist Frühjahr 2017.

 

KONZEPT, DREHBUCH UND REGIE Milo Rau

 

RECHERCHE UND CASTING Eva-Maria Bertschy PRODUKTION FILM Arne Birkenstock BÜHNE UND AUSSTATTUNG Anton Lukas KAMERA Thomas Schneider SOUND Jens Baudisch SCHNITT Katja Dringenberg PRODUKTIONSLEITUNG KONGO TRIBUNAL Mascha Euchner-Martinez, Eva-Karen Tittmann RECHERCHE VOR ORT Chrispin Mvano, Kris Berwouts PRODUKTIONSLEITUNG FILM Kirsten Schauries REGIEASSISTENZ Mirjam Knapp

VORSITZ DES TRIBUNALS Jean-Louis Gilissen, Sylvestre Bisimwa GERICHTSSCHREIBERIN BERLIN Kathrin Röggla VIDEOEINSPIELUNGEN BERLIN Marc Stephan CORPORATE DESIGN Nina Wolters ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Yven Augustin REDAKTION BEGLEITBUCH Rolf Bossart

 

DAS KONGO TRIBUNAL ist ein Film- und Theaterprojekt von Milo Rau und dem International Institute of Political Murder (IIPM). Der Film ist eine deutsch-schweizerische Koproduktion der Fruitmarket Kultur und Medien und des IIPM mit der Langfilm und dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF & Radio Télévision Suisse RTS. Das Theaterprojekt ist eine Koproduktion des IIPM mit den Sophiensaelen Berlin, in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK).

Der Film wird gefördert durch die Film- und Medienstiftung NRW, die Zürcher Filmstiftung und Kanton St. Gallen Kulturförderung / Swisslos. Das Theaterprojekt wird gefördert durch Mittel des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten, des Hauptstadtkulturfonds Berlin und des Goethe Instituts Johannesburg. Mit der freundlichen Unterstützung von Brussels Airlines.

Das Kongo Tribunal

http://www.the-congo-tribunal.com/wp-content/uploads/2015/05/150430_Kongo-Tribunal_Pressemappe-1.pdf

zur Geschichte des Landes sehr zum empfehlen Buch und Film des US-amerikanischen Professors, David Hochschild

Reisenbericht von: Für die Kinder dieser Welt

http://www.anthropos-ev.de/pdf/Kongobericht.pdf

 

 

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