Wir haben in der Mehrheit noch immer nicht gelernt, unseren eigenen Verstand in politischen Fragen zu gebrauchen und der Obrigkeit (die sich heute auch im Setzen der Themen durch die Medien darstellt) zu widersprechen. Wir verhalten uns mehrheitlich noch als Untertanen und Radfahrer: Wir wagen nicht gegen die anzugehen, die uns von Oben treten, sondern wir sind zufrieden, wenn wir wenigstens nach Unten auf noch Schwächere weitertreten können und so unseren Frust gegen das Getretenwerden ablassen können. Am Frust ändert das allerdings wenig, denn uns bedrängen eben nicht vor alle mehr Ausgaben für Flüchtlinge, sondern eine Wirtschaftspolitik, die gezielt die Reichen fördert und die Ärmeren dies zahlen lässt. Wir zahlen eben die Steuern, die die Reichen vermeiden. Mit dem Hinweis auf die öffentliche Verschuldung wurden uns seit Jahren Sozialleistungen agebebaut, obwohl die Politik wusste, dass die Steuerhinterziehung der Elite ein wesentlicher Grund für die geringen Staatseinnahmen war. Wir brauchen einen Emanzipationsprozess, den wir alle durch mehr Wissen, eigene Medien und Strukturen und auch selbstbewusstes Verhalten fördern können. Dieses Beispiel eignet sich gut, das Widersprüchliche im Alltagsdenken dieser Gesellschaft deutlich zu machen.
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